Wissenschaftler warnen: Viele Insekten überleben die Erwärmung der Welt nicht
Eine umfassende Studie zu tropischen Insekten ergab, dass viele Arten Schwierigkeiten haben könnten, den steigenden globalen Temperaturen zu trotzen.

Kurzfassung
Warum das wichtig ist
- Eine umfassende Studie zu tropischen Insekten ergab, dass viele Arten Schwierigkeiten haben könnten, den steigenden globalen Temperaturen zu trotzen.
- Wissenschaftler warnen, dass Hitzestress Regionen wie dem Amazonasgebiet enorme Insektenpopulationen bedrohen und damit ganze Ökosysteme destabilisieren könnte.
- Tropische Insekten stehen vor einer wachsenden Hitzegefahr durch den Klimawandel.
Kim Holzmann, Forscher an der Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU).
Die neue Forschung zeigt, dass Insekten sich nicht automatisch an heißere Umgebungen anpassen, wenn die Temperaturen steigen. „Während Arten in höheren Lagen ihre Hitzetoleranz zumindest kurzfristig erhöhen können, fehlt vielen Tieflandarten diese Fähigkeit weitgehend", erläutert Holzmann.
Begrenzte Anpassungsfähigkeit an steigende Temperaturen Die in der Zeitschrift Nature veröffentlichte Studie zeigt, dass viele tropische Insekten möglicherweise nur eine geringe Kapazität besitzen, sich an den Klimawandel anzupassen.
Was die Studie zeigt
Die Forscher warnen, dass steigende Temperaturen die Insektenpopulationen erheblich beeinträchtigen könnten, insbesondere in tropischen Regionen, die einige der artenreichsten Ökosysteme der Welt beherbergen. „Steigende Temperaturen könnten massive Auswirkungen auf Insektenpopulationen haben, insbesondere Regionen mit der weltweit höchsten Biodiversität", sagt Dr.
Marcell Peters, Tierökologe an der Universität Bremen und Mitautor der Studie. „Da Insekten zentrale Funktionen in Ökosystemen erfüllen – als Bestäuber, Zersetzer und Räuber – drohen weitreichende für gesamte Ökosysteme." Proteinstabilität könnte die Hitzetoleranz begrenzen Die Wissenschaftler stellten zudem erhebliche Unterschiede in der Hitzetoleranz zwischen verschiedenen Insektengruppen fest.
Nach Angaben des Teams hängen diese Unterschiede mit der Struktur und der thermischen Stabilität. „Diese Eigenschaften sind im evolutionären Stammbaum der Insekten relativ konserviert und können nur in begrenztem Maße verändert werden", sagt Peters. „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass grundlegende Merkmale der Hitzetiefe tief in der Biologie verwurzelt sind und sich nicht schnell an neue klimatische Bedingungen anpassen lassen." Die Forscher sehen die Aussichten für den Amazonas als besonders besorgniserregend an. „Wenn sich die globalen Ökosysteme weiterhin ungebremst erwärmen, werden die erwarteten zukünftigen Temperaturen bis zu 50 Prozent der dort lebenden Insektenarten einem kritischen Hitzestress aussetzen", sagt Holzmann.

Was die Studie zeigt
Wissenschaftler haben mehr als 2.000 Insektenarten untersucht. Insekten stellen etwa 70 Prozent aller bekannten Tierarten dar, und die meisten davon leben in tropischen Regionen. Trotz ihrer Bedeutung verfügen Wissenschaftler über begrenzte Informationen darüber, wie tropische Insekten auf zunehmende Hitze reagieren.
Ein Grund dafür ist der Mangel an experimentellen Daten zur Temperaturtoleranz sowie die begrenzte Anzahl Forschungsergebnissen für viele Insektengruppen. Das internationale Forschungsprojekt wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziert.
Um die Studie durchzuführen, untersuchten Wissenschaftler die Hitzetoleranzgrenzen von über 2.000 Insektenarten. Die Datenerhebung erfolgte 2022 und 2023 in unterschiedlichen Höhenlagen Ostafrikas und Südamerikas, darunter kühle Bergwälder, tropische Regenwälder und Tieflandsavannen.
Was die Studie zeigt
Die Forscher analysierten zudem die Genome vieler Arten, um die Proteinstabilität zu untersuchen und besser zu verstehen, warum einige Insekten Hitze wirksamer tolerieren als andere.
Referenz: „Limited thermal tolerance in tropical insects and its genomic signature", Thomas Schmitzer, Antonia Abels, Marko Čorkalo, Oliver Mitesser, Mareike Kortmann, Pedro Alonso-Alonso, Yenny Correa-Carmona, Andrea Pinos, Felipe Yon, Mabel Alvarado, Adrian Forsyth, Alejandro Lopera-Toro, Gunnar Brehm, Alexander Keller, Mark Otieno, Ingolf Steffan-Dewenter und Marcell K.
Peters, 4. März 2026, Nature. DOI: 10.1038/s41586-026-10155-w
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- Scientists Warn Many Insects May Not Survive a Warming World
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