Wissenschaftler enthüllen endgültig, wie das „ewige Chemikalie" Geburtsfehler verursacht
PFDA, eine PFAS-"Ewigkeitschemikalie", kann durch die Störung der Retinsäure-Regulation während der fetalen Entwicklung kraniofaziale Geburtsfehler verursachen und damit erstmals den klaren molekularen Mechanismus hinter

Kurzfassung
Warum das wichtig ist
- PFDA, eine PFAS-"Ewigkeitschemikalie", kann durch die Störung der Retinsäure-Regulation während der fetalen Entwicklung kraniofaziale Geburtsfehler verursachen und damit erstmals den klaren molekularen Mechanismus hinter
- Wissenschaftler haben seit langem per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS), die oft als "Ewigkeitschemikalien" bezeichnet werden, mit schweren Geburtsfehlern Verbindung gebracht.
- Den Wissenschaftlern war es jedoch bisher nicht gelungen, genau zu erklären, wie diese Schadstoffe die fetale Entwicklung beeinflussen.
Eine neue Studie liefert nun die erste detaillierte molekulare Erklärung und zeigt, wie eine PFAS-Verbindung namens Perfluordecanoic Acid (PFDA) vor der Geburt kraniofaziale Anomalien auslösen kann.
Die Ergebnisse wurden in ACS Chemical Research Toxicology veröffentlicht. „Die meisten Menschen sind Alltag geringen Mengen an PFAS ausgesetzt, doch eine höhere Exposition kann durch kontaminiertes Wasser, das Wohnen in der Nähe ätten oder bestimmte Berufe wie Feuerwehrleute und Skiwaxer auftreten.
Daher ist es so wichtig, die Chemikalien besser zu verstehen", sagte der leitende Autor der Studie, Jed Lampe, PhD, Associate Professor an der University Colorado Anschutz Skaggs School Pharmacy and Pharmaceutical Sciences. „Wir wollten herausfinden, welche PFAS-Verbindungen während der fetalen Entwicklung tatsächlich schädlich sind, insbesondere für Personen mit höherer Exposition, und wie sie Schäden verursachen." PFDA als toxischste PFAS identifiziert Rund 15.000 PFAS-Verbindungen werden Verbraucher- und Industrieprodukten eingesetzt, doch wachsende Hinweise deuten darauf hin, dass nur ein Teil davon erhebliche Gesundheitsrisiken birgt.
Um die schädlichsten Verbindungen zu identifizieren,
Um die schädlichsten Verbindungen zu identifizieren, untersuchten Lampe zusammen mit seinen Kolleginnen Michaela Hvizdak und Sylvie Kandel 13 häufig nachgewiesene PFAS. Die Ergebnisse zeigten, dass PFDA die größte Toxizität für die Entwicklung des Kopfes und des Gesichts im Fötus aufweist.
Die Forscher fanden Belege für einen Zusammenhang zwischen PFDA und signifikanten Gesichtsanomalien, die sowohl bei Menschen als auch bei Versuchstieren beobachtet wurden.

Nach Schätzungen könnte die Verbindung das Risiko für diese Defekte um etwa 10 % erhöhen, selbst bei sehr niedrigen Expositionswerten. „Diese Erkenntnis führt uns über die reine Assoziation hinaus, indem sie eine klare Erklärung dafür liefert, wie PFDA die fötale Entwicklung stören kann.
Es ist ein entscheidender Schritt zum
Es ist ein entscheidender Schritt zum Verständnis einer weitreichenden und komplexen Klasse umweltbedingter Chemikalien", sagte Lampe. Wie PFDA die Retinsäure-Signalgebung stört Das Team entdeckte, dass PFDA die Retinsäure beeinträchtigt, eine Molekülform, die eine lebenswichtige Rolle bei der Ausbildung während der frühen Schwangerschaft spielt.
Die Retinsäure steuert die Aktivität, und die Aufrechterhaltung der korrekten Menge ist essenziell. Da ein Fötus weder Retinsäure selbst produzieren noch überschüssige Mengen sicher entfernen kann, ist er vollständig auf die Mutter angewiesen, um ein ausgeglichenes Niveau zu gewährleisten.
Forscher haben festgestellt, dass PFDA CYP26A1 hemmt, ein Enzym, das für den Abbau überschüssiger Retinsäure verantwortlich ist. Wird das Enzym gehemmt, kann sich Retinsäure auf schädliche Konzentrationen anreichern und die normale Gesichtsentwicklung stören.
Technik und Auswirkungen
PFDA reduziert zudem über einen separaten biologischen Mechanismus die Aktivität, die CYP26A1 produzieren, wodurch die Forscher „doppelten Treffer" für ein System sprechen, das für die frühe Entwicklung. „Infolgedessen können schwere kraniofaziale Fehlbildungen entstehen, darunter unterentwickelte Augen und abnorme Kieferbildung, die die häufigsten Auswirkungen einer PFDA-Exposition während der fetalen Entwicklung waren", sagte Lampe.

Zur Verbesserung des Risikoscreenings und der Prävention bei PFAS Indem die Forscher den biologischen Mechanismus hinter diesen Entwicklungsstörungen aufdecken, hoffen sie, Wissenschaftlern dabei zu helfen, gezielte Labortests und computergestützte Screening-Tools zu entwickeln, die die Risiken verschiedener PFAS-Verbindungen schnell bewerten können.
Suchwerkzeuge könnten Regulierungsbehörden und Herstellern dabei helfen, die gefährlichsten Chemikalien zu identifizieren, diese und die Entwicklung weniger toxischer Produkte zu unterstützen.
Technik und Auswirkungen
Das Team geht zudem davon aus, dass die Erkenntnisse zu praktischen Strategien für Personen mit erhöhter PFAS-Exposition führen können, darunter Feuerwehrleute und Skiwachs-Techniker.
Zukünftige Forschung könnte Wege zur Reduzierung der Exposition untersuchen und klären, ob eine Senkung der PFDA-Spiegel während der Schwangerschaft den Schutz der fetalen Entwicklung fördern kann. Referenz: „New Mechanistic Evidence for Perfluorodecanoic Acid (PFDA) Teratogenicity via CYP26A1-Mediated Retinoic Acid Metabolism and Signaling", Sylvie E.
Kandel und Jed N. Lampe, 30. März 2026, Chemical Research Toxicology. DOI: 10.1021/acs.chemrestox.5c00468
Quelllink
Originalquelle: SciTechDaily
Thema weiterverfolgen
Interne Verlinkung
Im Kontext weiterlesen
Diese weiterfuehrenden Links verbinden das Thema mit relevanten Archivseiten, Schlagwoertern und inhaltlich nahen Artikeln.
Welt Archiv
Weitere Meldungen aus derselben Hauptkategorie.
Mehr von SciTechDaily
Alle veroeffentlichten Inhalte derselben Quelle im Archiv.
Forscher lösen Rätsel um milliardenschwere Zahnimplantat-Erkrankung
Redaktionell verwandter Beitrag aus dem selben Themenumfeld.
Neue Studie widerlegt jahrhundertelang etablierte Theorie der Gewohnheitsbildung
Redaktionell verwandter Beitrag aus dem selben Themenumfeld.
Quellenprofil
Quelle und redaktionelle Angaben
- Quelle
- SciTechDaily
- Originaltitel
- Scientists Finally Uncover How a “Forever Chemical” Causes Birth Defects
- Canonical
- https://scitechdaily.com/scientists-finally-uncover-how-a-forever-chemical-causes-birth-defects/
- Quell-URL
- https://scitechdaily.com/scientists-finally-uncover-how-a-forever-chemical-causes-birth-defects/
Aehnliche Inhalte
Verwandte Themen und interne Verlinkung
Weitere Artikel aus aehnlichen Themenfeldern, damit Leser direkt im selben Kontext weiterlesen koennen.

Forscher lösen Rätsel um milliardenschwere Zahnimplantat-Erkrankung
Forscher haben aufgeklärt, warum eine häufige und kostspielige Infektion nicht anspricht.
04.06.2026
Live Redaktion
Neue Studie widerlegt jahrhundertelang etablierte Theorie der Gewohnheitsbildung
Eine neue Studie stellt die lang gehegte Annahme infrage, dass Gewohnheiten sich nur durch langsame, schrittweise Wiederholung bilden.
04.06.2026
Live Redaktion
Gelöst: Das jahrzehntelange Geheimnis unter den Heidelbeerplantagen in North Carolina enthüllt
Eine neu identifizierte Schädlinge wirft Bedenken für die Blaubeerindustrie North Carolina auf.
04.06.2026
Live Redaktion
Wissenschaftler verwandeln Meerwasser in Trinkwasser ohne giftiges Sole
Ein neuer Durchbruch in der Solarentsalzung verwandelt Meerwasser Trinkwasser, eliminiert gleichzeitig Salzwasserabfälle und gewinnt wertvolle Mineralien zurück.
04.06.2026
Live Redaktion