US: Weltraum-Energienetz „Star Catcher" rückt zum Start
Star Catcher, Unternehmen, das den „ersten Energieversorgungsnetz Weltraum" aufbauen will, hat kürzlich bekanntgegeben, dass es in einer Serie-A-Finanzierungsrunde 65 Millionen US-Dollar eingesammelt hat.

Kurzfassung
Warum das wichtig ist
- Star Catcher, Unternehmen, das den „ersten Energieversorgungsnetz Weltraum" aufbauen will, hat kürzlich bekanntgegeben, dass es in einer Serie-A-Finanzierungsrunde 65 Millionen US-Dollar eingesammelt hat.
- Damit liegt der insgesamt eingesammelte Kapitalbetrag bei 88 Millionen US-Dollar.
- In einer Erklärung zur Ankündigung der neuen Finanzierungsrunde gab das Unternehmen zudem bekannt, dass es beabsichtigt, später in diesem Jahr die erste Demonstration einer weltraumgestützten optischen Leistungsübertragung zu starten.
Da Weltraumstart-ups zunehmend darauf abzielen, terrestrische Infrastruktur in den niedrigen Erdorbit zu verlegen, wachsen die Bedenken hinsichtlich der potenziell schädlichen Auswirkungen überfüllung und Weltraumschrott.
Im Gegensatz zu anderen Konzepten für weltraumgestützte Solarenergie, die darauf abzielen, Sonnenenergie vom Erdorbit aus auf den Boden zu übertragen, plant Star Catcher, diese Energie an nahegelegene Raumfahrzeuge und Satelliten zu übertragen. Theoretisch würde dies es Raumfahrtmissionen ermöglichen, deutlich längere Zeiträume zu betreiben.
Das Unternehmen plant ein Satellitenkonstellat aus etwa 200 Satelliten zur Energiegewinnung aus Sonnenlicht. Diese Energie würde genutzt werden, um einen optischen Mehrspektrum-Laser anzutreiben. Der Laser würde seinerseits die Energie an nahegelegene Raumfahrzeuge übertragen.
Leistung und Energieausbeute
Im vergangenen Jahr stellte das Unternehmen einen neuen Rekord auf, indem es 1,1 kW elektrische Leistung über eine große Distanz zum Kennedy Space Center der NASA in Florida übertrug.
Nun wird die neue Finanzierung des Unternehmens genutzt, um sein Energienetz im Weltraum zur Realität werden zu lassen. „Diese Investition unterstreicht die Überzeugung, dass orbitale Infrastruktur nun ebenso grundlegend ist wie terrestrische Infrastruktur", erklärte Andrew Rush, Mitbegründer und CEO, in einer Pressemitteilung des Unternehmens. „Jede der großen Anwendungen, die die Raumfahrtwirtschaft antreibt – Konnektivität, Rechenleistung, Sicherheit, Sensing – ist heute leistungsbeschränkt.
Star Catcher hebt diese Grenze – und macht es möglich, im Orbit in einem Maßstab zu bauen, den das Leben auf der Erde im nächsten Jahrhundert erfordern wird." Welts erster Demonstrator für optische Leistungsübertragung aus dem Weltraum Star Catcher hob zudem seinen bevorstehenden Flugtest hervor.
Leistung und Energieausbeute
Das Unternehmen gab bekannt, dass es später in diesem Jahr die weltweit erste Demonstration einer optischen Leistungsübertragung aus dem Weltraum starten wird. Nach Angaben des Unternehmens wird diese Mission einen grundlegenden Schritt in seinen Plänen zur Errichtung des ersten Energieverbunds im Weltraum darstellen.
Der Demonstrator ist so konzipiert, dass er bis zu mehr Leistung an Satelliten liefert, ohne dass eine Nachrüstung oder ein spezieller Empfänger erforderlich ist. Star Catcher erklärte, dies werde der erste einer Reihe, die darauf ausgelegt sind, schrittweise technische Risiken zu eliminieren und operative Fähigkeiten einzuführen. Ist solare Energie aus dem Weltraum wirklich eine gute Idee?
Die Idee der solaren Energieerzeugung aus dem Weltraum wurde erstmals vom tschechoslowakisch geborenen US-amerikanischen Wissenschaftler und Luft- und Raumfahrtingenieur Peter Glaser vorgeschlagen. Im Jahr 1968 schlug Glaser vor, große Sonnenkollektoren im Weltraum zu platzieren und die Energie über Mikrowellenstrahlen zur Erde zu übertragen.
Moegliche Anwendungen
Die Sonnenkollektoren könnten in einer geostationären Umlaufbahn positioniert werden, wo sie ständig zur Sonne ausgerichtet sind. Dies bedeutet, dass das Konzept das Potenzial hat, rund um die Uhr erneuerbare Energie zu gewinnen. Allerdings msste eine erhebliche Infrastruktur sowohl am Boden als auch im Weltraum validiert werden, um dies mglich zu machen.
Star Catcher hat einen gewissermaen umgekehrten Ansatz gewhlt und zielt darauf ab, Energie im Weltraum fr Anwendungen im Weltraum bereitzustellen. Dies bedeutet, dass keine bodengesttzte Infrastruktur erforderlich ist. Energie knnte zudem direkt auf Solarpaneele am Boden abgestrahlt werden, sodass diese auch nachts Sonnenlicht ernten knnen.
Trotz der potenziellen Vorteile wrden einige argumentieren, dass der Start einer weiteren Satellitenkonstellation in den niedrigen Erdorbit nicht wnschenswert ist.
In einem Interview von 2022
In einem Interview von 2022 mit Interesting Engineering warnte die Astronomin Samantha Lawler davor, dass die steigende Rate an Satellitenstarts uns auf einen Weg in Richtung Kessler-Syndrom fhrt eine Kettenreaktion aus Zerstrung, die hnlichkeiten mit der im Film Gravity" gezeigten Darstellung aufweist.
Da Weltraumschrott mit mehreren Kilometern pro Sekunde fliegt, wäre eine Aufräumarbeit, wie Lawler damals sagte, vergleichbar mit „Kugeln einsammeln". Mit Starlink, weltraumgestützten Solarkonstellationen und nun geplanten KI-Rechenzentren im Weltraum könnten wir uns noch näher an die Grenze vorwagen.
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Quellenprofil
Quelle und redaktionelle Angaben
- Quelle
- Interesting Engineering
- Originaltitel
- US: Star Catcher nears launch of world's first energy grid in space
- Canonical
- https://interestingengineering.com/space/energy-grid-in-space-raises-fund
- Quell-URL
- https://interestingengineering.com/space/energy-grid-in-space-raises-fund
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