Neue Studie: Lithium zeigt unerwartete Wirkung bei Alzheimer
Wissenschaftler haben neue Wege identifiziert, auf die Lithiumchlorid mit Alzheimer-Mechanismen auf zellulärer Ebene interagieren kann.

Kurzfassung
Warum das wichtig ist
- Wissenschaftler haben neue Wege identifiziert, auf die Lithiumchlorid mit Alzheimer-Mechanismen auf zellulärer Ebene interagieren kann.
- Eine neue Studie der Universität Ostfinnland (UEF) deutet darauf hin, dass Lithiumchlorid mehrere zelluläre Prozesse beeinflussen kann, die mit der Alzheimer-Krankheit in Verbindung stehen.
- Die Alzheimer-Krankheit (AD) ist die häufigste Form der Demenz.
Zu ihren wesentlichen Merkmalen gehören die anomale Phosphorylierung und Anhäufung sowie die Ablagerung von β-Amyloid-(Aβ)-Plaques. Forscher haben zuvor Lithiumsalze, insbesondere Lithiumchlorid und Lithiumcarbonat, in Zell- und Tiermodellen der AD eingesetzt, um die Tau-Hyperphosphorylierung und Aggregation zu reduzieren.
Klinische Studien am Menschen haben jedoch inkonsistente Ergebnisse geliefert; einige Studien zeigten nur geringe oder keine Verbesserungen der kognitiven Funktionen. Warum die klinischen Ergebnisse uneinheitlich waren: Eine kürzlich durchgeführte US-Studie könnte zu diesen widersprüchlichen Befunden beitragen.
Forscher berichteten, dass anorganische Lithiumsalze, einschließlich Lithiumchlorid und Lithiumcarbonat, in Aβ-Plaques eingeschlossen werden können, wodurch ihre Bioverfügbarkeit eingeschränkt wird.
Technischer Hintergrund
Organische Lithiumsalze könnten dieser Sequestrierung entgehen, was die Ergebnisse zukünftiger klinischer Studien verbessern und das Interesse an lithiumbasierten Therapien für die Alzheimer-Krankheit erneuern könnte. „Dies könnte zu einem erneuten Interesse an Lithiumsalzen für die Prävention und Behandlung der Alzheimer-Krankheit führen und unterstreicht zudem die Bedeutung grundlegender Forschung, um unser Verständnis Arzneimitteln zu vertiefen", sagt Projektforscherin Dorit Hoffmann vom A.

I. Virtanen-Institut für Molekulare Wissenschaften an der Universität Ostfinnland. Um die Wirkungen besser zu verstehen, untersuchten Hoffmann und ihre Kollegen zwei zellbasierte Modelle der Tau-Hyperphosphorylierung. Sie analysierten die Effekte Analyseverfahren.
Neue Einblicke in die Tau-Phosphorylierung Wie erwartet führte die Behandlung mit Lithiumchlorid zu einer Reduktion der Phosphorylierung Phosphostellen. Die Forscher entdeckten zudem mehrere weitere mit Alzheimer verbundene Tau-Phosphostellen, die durch die Behandlung beeinflusst wurden.
Technik und Auswirkungen
Das Enzym GSK-3β, eine Serin/Threonin-Kinase, ist bekanntermaßen bei Alzheimer überaktiv und gilt als wesentlicher Treiber der abnormalen Tau-Phosphorylierung. Die neuen Befunde deuten darauf hin, dass Lithiumchlorid möglicherweise auch andere Kinasen beeinflusst, die an der Krankheit beteiligt sind.
Die Studie zeigte ferner, dass die Behandlung mit Lithiumchlorid die Signalwegaktivität des Rho-GTPase-Signalwegs erheblich verändern kann. Eine erhöhte Aktivität bestimmter Rho-GTPasen wurde bereits mit Alzheimer in Verbindung gebracht, wobei die Rolle mehrerer anderer noch unklar ist.

Forscher fordern weitere Untersuchungen „Unsere Studie identifizierte mehrere neuartige, mit Alzheimer relevante Phosphostellen, die durch die Behandlung mit Lithiumchlorid beeinflusst werden, und sagt Veränderungen der Aktivität mehrerer Kinasen und Rho-GTPasen voraus." Die Rolle dieser Moleküle bei der Alzheimer-Krankheit (AD) bedarf weiterer Untersuchungen, um die Auswirkungen und Krankheitsmechanismen besser zu verstehen, so Dorit Hoffmann und die Forschungsmanagerin Virpi Ahola vom UEF-Bioinformatikzentrum zusammenfassend.
Technik und Auswirkungen
Auch die Professoren Mikko Hiltunen und Annakaisa Haapasalo betonten die Notwendigkeit zusätzlicher Forschung. „Die bisherigen Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Wirkungen verschiedener Lithiumsalze noch unzureichend verstanden sind.
Detailliertere Analysen könnten Verbindungen identifizieren, die sich für zukünftige klinische Studien besser eignen." Referenz: „Lithiumchlorid verändert Tau-Phosphorylierung, Kinasenaktivität und Rho-GTPase-Signalisierung in Zellmodellen", Virpi Ahola, Nadine Huber, Teemu Natunen, Stina Leskelä, Mari Takalo, Henna Martiskainen, Stephanie Ballweg, Egor Vorontsov, Stefan Selzer, Pekka Kallio, Ian Pike, Jouni Sirvio, Annakaisa Haapasalo und Mikko Hiltunen, 13.
April 2026, Biomedicine & Pharmacotherapy. DOI: 10.1016/j.biopha.2026.119347 Die Studie war Teil, die vom Forschungsrat Finnlands, der Sigrid Jusélius-Stiftung, der Jane-und-Aatos-Erkko-Stiftung sowie durch die strategische Neurowissenschaftsförderung der Universität Ostfinnland finanziert wurden.
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- SciTechDaily
- Originaltitel
- New Research Uncovers Lithium’s Surprising Effect on Alzheimer’s
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