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Neandertaler-Fossilien aus Polen von 100.000 Jahren alt enthüllen unerwartete genetische Verbindungen

Eine neue genetische Analyse Neanderthalerresten aus Stajnia-Höhle bietet einen ungewöhnlich detaillierten Einblick in eine kleine Gruppe, die vor etwa 100.000 Jahren zusammenlebte.

29. April 2026RedaktionLive Redaktion
100,000-Year-Old Neanderthal Fossils in Poland Reveal Unexpected Genetic Connections

Kurzfassung

Warum das wichtig ist

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  • Eine neue genetische Analyse Neanderthalerresten aus Stajnia-Höhle bietet einen ungewöhnlich detaillierten Einblick in eine kleine Gruppe, die vor etwa 100.000 Jahren zusammenlebte.
  • Ein internationales Team hat antike mitochondriale DNA aus acht Neanderthalerzähnen analysiert, die in der Stajnia-Höhle in Polen geborgen wurden.
  • Die Studie, veröffentlicht in Current Biology, bietet etwas, das in der Neanderthalerforschung selten möglich ist: einen genetischen Blick auf mehrere Individuen aus demselben Ort und demselben groben Zeitraum.

Die Zähne gehörten mindestens sieben Neanderthalern, die vor etwa 100.000 Jahren nördlich der Karpaten lebten.

„Dies ist ein außergewöhnliches Ergebnis, weil wir zum ersten Mal eine kleine Gruppe beobachten können, die vor etwa 100.000 Jahren lebten“, sagt Andrea Picin, Professorin an der Universität Bologna und Koordinatorin der Forschung.

In den meisten Fällen stammen Neandertagenetische Daten Überresten, die über verschiedene Standorte und Perioden verstreut sind. In Stajnia hingegen war es möglich, eine kleine Gruppe damit zum ersten Mal ein kohärentes genetisches Bild.

Ein seltenes und zusammenhängendes genetisches Bild

Ein seltenes und zusammenhängendes genetisches Bild „Wir wussten schon seit einiger Zeit, dass die Stajnia-Höhle außergewöhnliche Beweise bewahrt hat, aber diese Ergebnisse übertrafen unsere Erwartungen“, sagen Wioletta Nowaczewska ław und Adam Nadachowski vom Institute of Systematics and Evolution of Animals der Polish Academy of Sciences, Co-Autoren der Studie.

„Die Identifizierung einer solch alten kleinen Gruppe Standort ist ein wichtiger Erfolg für die polnische Forschung und für das Studium der Neandertaler in Europa.“ Die Ergebnisse werfen auch Licht darauf, wie eine spezifische neandertalerische mütterliche Linie über Westeurasien verbreitet wurde.

Die mitochondriale DNA der Individuen aus Stajnia gehört zu demselben Zweig wie bei Neanderthalern aus der Iberischen Halbinsel, Südostfrankreich und dem nördlichen Kaukasus. Dieses Muster deutet darauf hin, dass die Linie einst weit verbreitet war, bevor sie später durch genetische Linien ersetzt wurde, die bei jüngeren Neanderthalern zu sehen sind.

Hinweise auf familiäre Verbindungen „Ein besonders

Hinweise auf familiäre Verbindungen „Ein besonders faszinierender Aspekt ist, dass zwei Zähne einem Erwachsenen die gleiche mitochondriale DNA “, fügt Mateja Hajdinjak, Mitautor des Artikels und Forscher am Max Planck Institute for Evolutionary Anthropology, hinzu.

„Dies deutet darauf hin, dass diese Individuen miteinander eng verwandt sein könnten.“ Die Studie vergleicht diese Überreste auch mit dem Neanderthalerfossil namens Thorin, das in der Mandrin-Höhle in Frankreich entdeckt wurde. Thorin trägt ein mitochondriales Genom, das dem Stajnia-Gruppe ähnelt, und wurde auf vor etwa 50.000 Jahren datiert.

„Unsere Studie ist eine Erinnerung daran, dass die ältesten Chronologien mit großer Vorsicht behandelt werden müssen“, erklärt Sahra Talamo, Professorin an der Universität Bologna und Co-Koordinatorin der Studie.

Wenn Radiokarbondaten den Kalibrierungsgrenzwert erreichen, ist

„Wenn Radiokarbondaten den Kalibrierungsgrenzwert erreichen, ist es unerlässlich, keine höhere Präzision zuzuweisen, als die Daten tatsächlich stützen können.

In solchen Fällen wird der Vergleich zwischen Archäologie, Radiokarbondatierung und Genetik entscheidend.“ Aus archäologischer Sicht stützen die Ergebnisse die Vorstellung, dass Mitteleuropa eine wichtige Rolle in der Geschichte der Neandertaler spielte und nicht nur eine periphere Region war.

Die Stajnia-Höhle und Südpolen bieten einen wertvollen Rahmen, um zu erforschen, wie Neandertaler große Teile Europas durchzogen, interagierten und Technologien teilten.

Quelle: „First multi-individual Neanderthal mitogenomes from

Quelle: „First multi-individual Neanderthal mitogenomes from north of the Carpathians“ , Mateja Hajdinjak, Wioletta Nowaczewska, Maarten Blaauw, Alex Bayliss, Helen Fewlass, Timothy J. Heaton, Paula J.

Reimer, John Richard Southon, Johannes van der Plicht, Lukas Wacker, Gregorio Oxilia, Rita Sorrentino, Antonino Vazzana, Erica Piccirilli, Stefano Benazzi, Marcin Binkowski, Paweł Dąbrowski, Adrian Marciszak, Paweł Socha, Krzysztof Stefaniak, Marcin Żarski, Andrzej Wiśniewski, Janet Kelso, Jean-Jacques Hublin, Adam Nadachowski und Sahra Talamo, 20 April 2026, Current Biology.

DOI: 10.1016/j.cub.2026.03.069

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100,000-Year-Old Neanderthal Fossils in Poland Reveal Unexpected Genetic Connections
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