Studie: Roboter-Augen vermitteln Kindern keine soziale Bedeutung
Forscher haben festgestellt, dass kleine Kinder den Blick anderer Menschen leicht nachahmen, auf den Blick gleichartig reagieren, was eine frühe Unterscheidung in der Interpretation

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Kurzfassung
Warum das wichtig ist
- Forscher haben festgestellt, dass kleine Kinder den Blick anderer Menschen leicht nachahmen, auf den Blick gleichartig reagieren, was eine frühe Unterscheidung in der Interpretation
- Die Ergebnisse einer neuen Studie deuten darauf hin, dass Kinder den menschlichen Blick zwar natürlich als Zeichen und darauf reagieren, ähnliche Signale soziale Bedeutung tragen.
- „Wir haben gezeigt, dass Säuglinge zwar die Blickrichtung sowohl des Menschen als auch des Roboters verfolgen, die 12 Monate alten Kinder das erscheinende Objekt jedoch basierend auf der referenziellen Natur des menschlichen Blicks, nicht aber des robotischen Blicks vorhersagen", erklärten die Forscher in ihrem Studienabstract.
Im vergangenen Jahr haben Forscher der EPFL BabyBot entwickelt, einen weichen robotischen Säugling, der frühes Fütterungsverhalten nachahmt und mit einem sensorgestützten Mund sowie einer robotischen Zunge untersucht wird, um Fütterungsverhalten bei Säuglingen zu erforschen. Babys entschlüsseln den Blick.
Der menschliche Blick hilft Säuglingen schon in jungen Jahren, die Welt zu verstehen. Etwa mit einem Jahr verstehen Babys, dass der Blick einer Person auf etwas Bedeutvolles gerichtet ist.
Um zu untersuchen, ob dieses Verständnis auch auf nicht-menschliche Akteure übertragbar ist, verglichen Forscher die Reaktionen von Säuglingen auf einen Menschen und einen humanoiden Roboter. Vorherige Studien hatten gezeigt, dass Säuglinge in der Lage sind, die Blickrichtung sowohl Robotern zu verfolgen.
Was die Studie zeigt
Unklar blieb jedoch, ob sie beide Formen des Blicks als gleich informativ betrachten. Die Studie umfasste 64 Säuglinge, die in zwei Altersgruppen unterteilt wurden: 32 Säuglinge im Alter von 10 Monaten und 32 im Alter von 12 Monaten.
Innerhalb jeder Altersgruppe sahen die Hälfte der Säuglinge Videos mit einem menschlichen Darsteller, während die andere Hälfte Videos mit einem humanoiden Roboter ansah. Der Roboter besaß ein gesichtähnliches Aussehen und bewegliche Augen, wodurch er menschliches Blickverhalten nachahmen konnte.
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Die Forscher verwendeten ein Eye-Tracking-System, um die Reaktionen der Säuglinge zu messen. In jedem Video wandte sich der Mensch oder der Roboter dem Blick in eine Bildschirm zu. Kurz darauf erschien ein Objekt an einer dieser Stellen.
Statt lediglich zu erfassen, ob die
Statt lediglich zu erfassen, ob die Säuglinge dem Blick folgten, konzentrierte sich das Team auf antizipierende Augenbewegungen – ob die Säuglinge sich vor dem Erscheinen des Objekts in die erwartete Richtung umsahen.
Diese Methode ermöglichte es den Forschenden festzustellen, ob die Säuglinge das Auftreten eines Objekts aktiv auf Basis des Blickhinweises vorhersagten. Solche Vorhersagen deuten auf ein tieferes Verständnis hin, dass der Blick einer anderen Person sich auf etwas Bestimmtes in der Umgebung bezieht. Die menschlichen Hinweise überwiegen.
Die Ergebnisse zeigten einen deutlichen Unterschied zwischen den Altersgruppen sowie zwischen menschlichen und robotischen Agenten.
Technik und Auswirkungen
Zwölf Monate alte Säuglinge im menschlichen Bedingungsbereich schauten konsequent vor dem Erscheinen des Objekts in die erwartete Richtung, was darauf hindeutet, dass sie einen Referenten auf Basis der Blickrichtung der Person antizipierten. Im Gegensatz dazu zeigten 12 Monate alte Kinder, die den Roboter beobachteten, kein ähnliches Vorhersageverhalten.

Obwohl diese Säuglinge dem Blick des Roboters folgten, deutete sich nicht an, dass sie erwarteten, der Blick des Roboters verweise auf ein Objekt, wie dies beim menschlichen Blick der Fall ist. Die Forschungsteams Ergebnisse deuten darauf hin, dass Blickverfolgen und das Verständnis der kommunikativen Bedeutung des Blicks unterschiedliche Fähigkeiten sind.
Die jüngeren 10 Monate alten Säuglinge zeigten in beiden Bedingungen keinerlei Anzeichen für antizipatorische Vorhersagen. Zwar waren sie in der Lage, die Blickrichtung zu verfolgen, doch zeigten sie kein klares Verständnis ihrer referenziellen Bedeutung.
Was die Studie zeigt
Nach Ansicht der Forscher legen die Ergebnisse nahe, dass Säuglinge im ersten Lebensjahr empfindlich für die kommunikative und intentionale Natur des menschlichen Blicks werden. Menschliche Augen scheinen eine besondere soziale Bedeutung zu tragen, die Roboter-Augen für Säuglinge noch nicht besitzen.
Die Studie fügt sich in wachsende Belege ein, wonach Säuglinge biologisch auf menschliche soziale Signale abgestimmt sind. Selbst wenn Roboter menschlich aussehen und menschenähnliches Verhalten zeigen, neigen Kleinkinder nicht automatisch dazu, denselben Intentionen, Kenntnissen oder kommunikativen Wert beizumessen.
Die Ergebnisse verdeutlichen eine wichtige Grenze der frühen sozialen Kognition und liefern Einblicke darin, wie Säuglinge zwischen menschlichen und künstlichen Agenten unterscheiden.
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Originalquelle: Interesting Engineering
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Quellenprofil
Quelle und redaktionelle Angaben
- Quelle
- Interesting Engineering
- Originaltitel
- Study finds robot gaze fail to carry the social meaning for children
- Canonical
- https://interestingengineering.com/ai-robotics/young-children-see-meaning-in-human-looks-but-not-in-robot-gazes-new-study-finds
- Quell-URL
- https://interestingengineering.com/ai-robotics/young-children-see-meaning-in-human-looks-but-not-in-robot-gazes-new-study-finds
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