Frankreichs Bleikühler-Schnellreaktor erreicht Meilenstein bei der Installation
Der Frankreich ansässige Newcleo hat die erfolgreiche Installation des Hauptbehälters für PRECURSOR bestätigt, den nicht-nuklearen Technologie-Demonstrator für Bleigekühlte Schnelle Reaktoren (LFRs).

Kurzfassung
Warum das wichtig ist
- Der Frankreich ansässige Newcleo hat die erfolgreiche Installation des Hauptbehälters für PRECURSOR bestätigt, den nicht-nuklearen Technologie-Demonstrator für Bleigekühlte Schnelle Reaktoren (LFRs).
- Der französische Technologieanbieter Newcleo hat einen wichtigen Meilenstein bei der Errichtung seines Demonstrators PRECURSOR erreicht: Die Installation des Hauptbehälters wurde erfolgreich abgeschlossen.
- Damit ist das Unternehmen auf dem Weg, den Bau der Anlage in diesem Jahr zu finalisieren.
Im Rahmen des anschließenden Demonstrationsbetriebs soll der Reaktor zudem Strom erzeugen. Während die globale Energiewende nach kohlenstoffarmen Lösungen sucht, steht die Kernenergie kurz vor einem Comeback.
Während Länder wie China massive Kernkraftwerke errichten, orientieren sich westliche Staaten an sichereren Konzepten durch den Einsatz modernster Technologien. Ansätze wie kleine modulare Reaktoren (SMRs) oder Mikroreaktoren bieten hier eine skalierbare Alternative.
Besonders Reaktoren, die mit flüssigem Metall gekühlt werden, gelten als vielversprechend, da sie durch innovative Designs Sicherheit und Effizienz steigern können. Newcleo entwickelt Bleigekühlte Schnelle Brüter, um zukünftig Strom zu liefern und Radiopharmaka herzustellen.
Technik, Energie und Einsatz
Das Funktionsprinzip ähnelt dem ühlten Reaktoren, bei denen flüssiges Metall als Kühlmittel dient. Auch flüssiges Blei zeichnet sich durch einen vergleichsweise niedrigen Schmelzpunkt und eine geringe Neutronenabsorption aus. Bisher wurden weltweit nur sehr wenige solcher Anlagen errichtet, mit Ausnahme sowjetischer U-Boote.
In diesen Konstruktionen übernimmt das Kühlmittel zusätzlich die Funktion eines Neutronenspiegels und lenkt die Teilchen zurück in den Kern.
Ein weiterer Vorteil liegt in der passiven Sicherheit: Reaktoren mit geringerer Leistung können im Notfall oder bei einem Stopp durch natürliche Konvektion gekühlt werden, ohne dass menschliches Eingreifen erforderlich ist. Neue Designs dieser Art werden als Generation-IV-Kernreaktoren klassifiziert.

Technik, Energie und Einsatz
Newcleo plant den Bau einer 30-MW-Anlage in den Gemeinden Savigny-en-Véron und Beaumont-en-Véron im Rahmen des französischen Kernenergieprogramms „France 2030". Vorab wird jedoch das System PRECURSOR errichtet, ein 10-MW-Pool-Testsystem ohne Kernbrennstoff am Forschungszentrum Brasimone.
Durch den Einsatz elektrischer Heizungen zur Simulation des Kernbrennstoffs soll hier der Betrieb des späteren 30-MW-Reaktors im verkleinerten Maßstab nachgewiesen werden. Anfang April berichtete die Fachzeitschrift „Interesting Engineering" über den Beginn der Installation, die aus drei Hauptkomponenten besteht.
Die erste Komponente ist der Schmelztank, in dem Bleischmelze eingebracht und verflüssigt wird. Die zweite Komponente ist der Lagerbehälter, der flüssiges Blei während des anfänglichen Füllvorgangs oder bei Wartungsarbeiten am Reaktor sicher hält.
Technik, Energie und Einsatz
Die dritte Komponente ist der Übertragungsbehälter, der den Austausch üssigem Blei zwischen dem Lagerbehälter und dem Hauptreaktorgefäß ermöglicht. Die Abmessungen dieses Behälters sind etwas kleiner als die für Newcleos geplante 200-MWe-LFR-Anlage vorgesehenen. Er wiegt leer etwa 20 Tonnen.
Wird er jedoch mit Blei und internen Komponenten gefüllt, erreicht seine Masse stolze 155 Tonnen. Der Behälter wurde in Piombino srl gefertigt und; beide Unternehmen gehören zur Newcleo-Gruppe. Die im Reaktoraufbau verbauten Turbine wurde den einzigen Bestandteil dar, den Newcleo nicht selbst produziert hat.
Stefano Buono, Geschäftsführer und Gründer, betonte, dass die Anlage potenziell die einzige weltweit sein wird, die eine derart umfassende Demonstration der Reaktorfunktionen durchführt. Das Projekt PRECURSOR demonstriert zudem die vertikalen Integrationsfähigkeiten des Unternehmens – über die Fertigung und den Transport bis hin zur Installation.
Das Precursor-Projekt soll in diesem Jahr abgeschlossen werden. Das größere 30-MW-Projekt zielt auf eine Inbetriebnahme im Jahr 2031 ab. Neben der Stromerzeugung wird der 30-MW-Reaktor für medizinische Isotope sowie für weitere fortschrittliche Forschungsdienstleistungen dienen.
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Quelle und redaktionelle Angaben
- Quelle
- Interesting Engineering
- Originaltitel
- France's lead-cooled fast reactor demonstrator completes vital installation
- Canonical
- https://interestingengineering.com/energy/france-lead-cooled-fast-reactor-installation
- Quell-URL
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