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Regenschirme als Waffe: Wie Forscher Drohnen mit dem „Flytrap“-Trick verwirren

Forscher haben eine Methode namens „Flytrap“ entwickelt, die bunte Regenschirme nutzt, um autonome Tracking-Drohnen gezielt zu verwirren und zum Absturz zu bringen. Das Verfahren täuscht die Drohnen über die Schätzung ihrer Entfernung (Bounding Box) und ist eine Reaktion auf die zunehmende Bedrohung durch Drohnenflüge in Deutschland.

2. Mai 2026Noëlle BöllingLive Redaktion
„Flytrap“: Wie bunte Regenschirme Drohnen in die Irre führen können

Kurzfassung

Warum das wichtig ist

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  • Forscher haben eine Methode namens „Flytrap“ entwickelt, die bunte Regenschirme nutzt, um autonome Tracking-Drohnen gezielt zu verwirren und zum Absturz zu bringen.
  • Das Verfahren täuscht die Drohnen über die Schätzung ihrer Entfernung (Bounding Box) und ist eine Reaktion auf die zunehmende Bedrohung durch Drohnenflüge in Deutschland.
  • Angesichts der stark gestiegenen Zahl verdächtiger Drohnenflüge in Deutschland haben Wissenschaftler eine überraschende Methode entwickelt, um autonome Fluggeräte zu manipulieren.

Ein Forschungsteam der University of California in Irvine präsentierte das Konzept „Flytrap“, das bunte Regenschirme nutzt, um Tracking-Drohnen gezielt zu fehlleiten und einen Absturz zu provozieren.

Die Entwicklung ist eine Reaktion auf die zunehmende Bedrohung durch Drohnen, die werden, wie das BKA 2025 dokumentierte. Während die Bundespolizei mit spezialisierten Einheiten und einem zentralen Abwehrzentrum reagiert, bleibt die effektive Abwehr eine Herausforderung.

Die Funktionsweise von „Flytrap“ basiert auf einem bekannten Prinzip : Sie bestimmen die Entfernung eines Ziels mithilfe einer sogenannten „Bounding Box“ – einem digitalen Rechteck um das Objekt. Verkleinert sich dieses Rechteck, interpretiert die Software dies als Annäherung und steuert entsprechend nach.

Die Forscher druckten daher ein Muster

Die Forscher druckten daher ein Muster auf Regenschirme, das künstlich eine zu kleine „Bounding Box“ suggeriert. Dies veranlasst die Drohne, sich weiter zu nähern.

In Labortests erreichte die Methode eine Erfolgsquote von 100 Prozent bei einem Abstand , was theoretisch einen Netzwerfer-Einsatz ermöglicht.

Bei realen Tests zeigten sich gemischte Ergebnisse: Während die DJI Mini 4 Pro in 60 Prozent der Versuche ausreichend nah herangeführt wurde, kollidierten die leichteren Modelle DJI Neo und Hover Air X1 in höheren Prozentzahlen direkt mit dem Schirm.

Die Hersteller selbst äußerten sich besorgt über die Zuverlässigkeit ihrer Geräte gegenüber unbekannten Störsystemen. Wissenschaftlich gesehen knüpft „Flytrap“ an die Strategie des OODA-Loops an, nach John Boyd, dem Prinzip, den Entscheidungsprozess eines Gegners zu stören, anstatt ihn physisch zu überwältigen.

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„Flytrap“: Wie bunte Regenschirme Drohnen in die Irre führen können
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